Viele Altbauten sind wahre Wohnschätze – aber in energetischer Hinsicht oft unzureichend ausgestattet. Typische Begleiterscheinungen wie hohe Heizkosten, unbehagliche Raumtemperaturen und Zugluft machen die charmante Wohnstätte aber schnell zur ungemütlichen Kostenfalle. Wer einen Altbau besitzt oder gekauft hat, stellt sich deshalb früher oder später die Frage: Wie kann ich mein Haus sinnvoll dämmen – und was kostet das?
In diesem Beitrag erhalten Sie einen fundierten Überblick über sinnvolle Dämmmaßnahmen im Altbau, geeignete Materialien, typische Herausforderungen sowie Fördermöglichkeiten. Ziel ist es, Ihnen eine Orientierung für eine wirtschaftlich und bauphysikalisch sinnvolle Sanierung zu geben.
Warum es sich langfristig lohnt, Ihren Altbau nachhaltig zu dämmen
Altbauten wurden häufig in einer Zeit errichtet, in der Wärmeschutz kaum eine Rolle spielte. Außenwände, Dächer, Kellerdecken – all das sind energetische Schwachstellen, die zu erheblichen Energieverlusten führen. Eine professionelle Dämmung lohnt sich daher aus mehreren Gründen:
- Weniger Heizkosten: Je nach Gebäudezustand können 30–50 % Energie eingespart werden.
- Mehr Wohnkomfort: Bessere Temperaturregulierung, keine kalten Wände oder Zugluft.
- Wertsteigerung: Eine energetisch sanierte Immobilie erzielt höhere Marktpreise.
- Klimaschutz: Geringerer CO₂-Ausstoß durch reduzierten Energiebedarf.
- Pflicht zur Sanierung: Beim Eigentümerwechsel schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in vielen Fällen eine Dämmung bestimmter Bauteile vor.
Typische Herausforderungen bei der Altbausanierung
Anders als bei Neubauten erfordert die Dämmung eines Altbaus eine besonders sorgfältige Planung. Hierbei gilt es, zum Teil spezielle Punkte zu beachten:
- Denkmalgeschützte Fassaden: Häufig ist keine Außendämmung erlaubt – hier kommt eine Innendämmung ins Spiel.
- Feuchtigkeit & Schimmelgefahr: Unsachgemäße Maßnahmen können zu Tauwasserbildung und Bauschäden führen.
- Platzmangel: Besonders bei Innenräumen kann jede Dämmstoffstärke entscheidend sein.
- Bauphysik beachten: Die korrekte Platzierung der Dampfbremse, Taupunktberechnungen und passende Materialien sind essenziell.
Tipp: Eine Energieberatung ist in solchen Fällen dringend zu empfehlen – und oft Voraussetzung für staatliche Förderungen.
Geeignete Dämmmaßnahmen im Altbau – ein Überblick
Nicht jeder Altbau benötigt die gleiche Sanierungsstrategie. Je nach Zustand, Aufbau und Nutzung kommen verschiedene Maßnahmen infrage:
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Maßnahme |
Kurz erklärt |
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Fassadendämmung außen |
Ideal, wenn keine Gestaltungsvorgaben bestehen. Wahlweise WDVS oder vorgehängte Fassade. |
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Innendämmung |
Bei Denkmal- oder Grenzbebauung. Materialien wie Holzfaser oder Kalziumsilikat empfehlenswert. |
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Dachdämmung |
Zwischensparren-, Aufsparren- oder Untersparrendämmung – je nach Aufbau und Zugang. |
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Kellerdeckendämmung |
Günstige Maßnahme mit großer Wirkung – reduziert Fußkälte und Wärmeverluste. |
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Boden-/Deckendämmung |
Vor allem bei unbeheizten Räumen darunter sinnvoll (z. B. Erdgeschoss über unbeheiztem Keller). |
Welche Dämmstoffe eignen sich für den Altbau?
Altbauten brauchen häufig spezielle Materialien – z. B. diffusionsoffene Dämmstoffe oder Produkte mit hoher Dämmwirkung bei geringer Dicke. Hier einige Empfehlungen:
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Dämmstoff |
Vorteile |
Ideal für |
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Natürlich, diffusionsoffen, gute Wärmespeicherung |
Innen- & Außendämmung |
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Kalziumsilikat |
Schimmelresistent, feuchtigkeitsregulierend |
Innendämmung, Altbau mit Feuchtigkeitsproblemen |
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EPS (Styropor) |
Günstig, leicht zu verarbeiten |
Außendämmung (WDVS), Kellerdecken |
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Nicht brennbar, guter Schallschutz |
Dach, Fassade, Keller |
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PUR/PIR |
Sehr gute Dämmwirkung bei geringer Dicke |
Flachdächer, Aufsparrendämmung, beengte Stellen |
Tipp: Lassen Sie sich individuell beraten, welches Material für Ihr Vorhaben am besten geeignet ist – je nach Untergrund, Zielwert und Budget.
Was kostet das fachgerechte Dämmen eines Altbaus?
Was kostet das fachgerechte Dämmen eines Altbaus?
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Maßnahme |
Ca.-Kosten pro m² bzw. Maßnahme |
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Fassadendämmung (WDVS) |
120–180 €/m² |
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Innendämmung |
80–140 €/m² |
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Dachdämmung (Zwischensparren) |
60–120 €/m² |
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Kellerdeckendämmung |
30–60 €/m² |
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Aufsparrendämmung |
140–250 €/m² |
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Gesamtkosten (mittelgroßer Altbau) |
ab 25.000 € möglich |
Quellen:
Fördermöglichkeiten bei der Altbausanierung
Die Bundesregierung unterstützt energetische Sanierungen durch mehrere Programme:
- BAFA-Zuschuss: Bis zu 20 % der förderfähigen Ausgaben für Einzelmaßnahmen (z. B. Dämmung der Fassade).
- KfW-Kredit: Zinsgünstiger Kredit mit bis zu 45 % Tilgungszuschuss bei Erreichen eines Effizienzhaus-Standards.
- Steuerliche Förderung: Bis zu 20 % der Sanierungskosten über drei Jahre steuerlich absetzbar.
Tipp: Für viele Förderungen ist die Einbindung eines zertifizierten Energieberaters (z. B. aus der Energieeffizienz-Expertenliste) Pflicht. Um einen zertifizierten Energieberater zu finden, können Sie die Online-Datenbank der Energie-Effizienz-Experten (EEE) der Deutschen Energie-Agentur (dena) nutzen. Diese Datenbank, die in Zusammenarbeit mit dem BAFA und der KfW betrieben wird, enthält eine große Auswahl an zertifizierten Energieberatern aus ganz Deutschland. Sie können dort gezielt nach Beratern in Ihrer Region suchen
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Tipps für Ihre Altbausanierung – damit alles klappt
Die Dämmung eines Altbaus ist mehr als nur eine bauliche Maßnahme – sie erfordert gute Planung, fachliches Know-how und oft auch etwas Geduld. Wer strukturiert vorgeht und sich rechtzeitig beraten lässt, vermeidet teure Fehler und kann das volle Einsparpotenzial ausschöpfen. Die folgenden Tipps helfen dabei, typische Stolperfallen zu umgehen und Ihre Sanierung effizient und nachhaltig umzusetzen.
- Starten Sie mit einem Energieberatungsbericht oder Sanierungsfahrplan (iSFP).
- Planen Sie lieber maßgeschneidert als pauschal – jedes Haus ist anders.
- Kombinieren Sie Maßnahmen (z. B. Dämmung + neue Fenster), um Förderquoten zu maximieren.
- Holen Sie sich einen erfahrenen Bauphysiker oder Fachbetrieb an die Seite.
- Lassen Sie die Qualität prüfen – z. B. per Blower-Door-Test (Verfahren zur Überprüfung der Luftdichtheit eines Gebäudes).
Häufige Fragen beim Dämmen eines Altbaus
Womit sollte ich beim Dämmen meines Altbaus anfangen?
Lassen Sie zunächst eine energetische Bewertung durchführen. Daraus ergibt sich, welche Maßnahmen sinnvoll und wirtschaftlich sind.
Was ist besser: Außen- oder Innendämmung?
Wenn möglich, ist Außendämmung vorzuziehen. Bei Denkmalschutz oder enger Bebauung ist eine sorgfältig geplante Innendämmung die Alternative.
Welche Dämmstoffe sind für Altbauten geeignet?
Holzfaser, Kalziumsilikat, Mineralwolle oder PIR – je nach Feuchteverhalten, Platz und Budget.
Was kostet es, einen Altbau zu dämmen?
Je nach Umfang ab ca. 25.000 €. Fassadendämmung liegt bei ca. 150 €/m², Dach bei 60–140 €/m².
Quelle: https://gruenes.haus/haus-daemmen-daemmung-kosten/
Gibt es Fördermittel?
Ja, BAFA, KfW und das Finanzamt bieten Zuschüsse, Kredite oder steuerliche Erleichterung.
Wie vermeide ich Schimmel bei der Dämmung?
Nur mit professioneller Planung – durch bauphysikalisch geeignete Materialien, korrekte Ausführung und regelmäßige Lüftung.
Altbaudämmen lohnt sich: richtig geplant, dauerhaft gespart
Wer seinen Altbau dämmt, schafft ein Zuhause mit Zukunft: komfortabler, energieeffizienter und werthaltiger. Wichtig ist eine individuell abgestimmte Sanierungsstrategie – mit passenden Materialien, professioneller Planung und der richtigen Förderung.
Schauen Sie sich jetzt in unseren Produktkategorien für Altbaudämmung um – oder lassen Sie sich direkt von unserem Team beraten.
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