Wenn Wände feucht werden: Ursachen für die Durchfeuchtung im Haus

Moritz Langer

Feuchtigkeit in Wänden und Kellern zählt zu den häufigsten Schadensbildern im Bestand – und wird oft falsch eingeordnet. Sichtbare Flecken sind nicht selten nur die Spitze des Eisbergs: Entscheidend ist, welcher Feuchtemechanismus dort konkret wirkt (kapillar, seitlich eindringend, kondensativ oder durch Leckage). Nur wenn Ursache, Salzbelastung und Bauteilaufbau verstanden sind, greifen Abdichtung, Sanierputz und Dämmung zuverlässig ineinander.

Dieser Leitfaden richtet sich an alle, die schnell eine fundierte Lösung finden möchten – ohne sich in Fachjargon zu verlieren. Im Folgenden finden Sie einen klaren Diagnose-Pfad, systematische Lösungspakete (Abdichtung | Sanierputz | kapillaraktive Innendämmung), eine Material-Matrix für feuchtebelastete Bauteile sowie Checklisten für Ausführung und Abnahme. So minimieren Sie ganz einfach Risiken, sparen Bauzeit und vermeiden Doppelarbeiten.

Was versteht man unter Durchfeuchtung im Haus?

Durchfeuchtung bedeutet: Bestimmte Bauteile enthalten zu viel Wasser. Entweder weil Feuchte von außen in die Wand gelangt oder weil sie innen auf kalten Flächen kondensiert. Das Ergebnis sind nasse Zonen im Mauerwerk. Typisch sind Außen- und Kellerwände, der untere Wandbereich (Sockel), Fensterlaibungen sowie Übergänge zwischen Wand und Decke.

Man unterscheidet zwischen

 

  • Aufsteigender Feuchte: Wasser wird aus dem Erdreich kapillar in die Wand „hochgesaugt“, meist bei fehlender oder defekter Horizontalsperre.
  • Seitlich eindringender Feuchte: Niederschlags- oder Bodenwasser dringt durch eine beschädigte Außenabdichtung von der Seite in das Mauerwerk ein.
  • Kondenswasser: Warme, feuchte Innenluft trifft auf kalte Oberflächen (Wärmebrücken) und schlägt sich dort als Wasser nieder.

Ursachen: Warum kommt es zur Durchfeuchtung im Haus?

Die Ursache ist unterschiedlich. Von dieser Unterscheidung hängt es ab, ob abgedichtet, gedämmt oder entwässert werden muss.

Häufig greifen bei der Durchfeuchtung im Haus mehrere Faktoren ineinander: Eine leicht undichte Sockelabdichtung kann die Bauteilfeuchte erhöhen, während gleichzeitig eine Wärmebrücke die Oberflächentemperatur senkt – perfekte Bedingungen für Schimmel. Ziel ist daher immer, die Hauptursache zu identifizieren und Nebenfaktoren mitzudenken, damit die entsprechenden Maßnahmen dauerhaft wirken.

Aufsteigende Feuchte

Fehlt eine funktionierende Horizontalsperre, saugt das Mauerwerk Wasser aus dem Erdreich an. Typisch sind feuchte Zonen im unteren Wanddrittel, Salzränder und muffiger Geruch im Erdgeschoss oder Keller.

 

Mögliche Ursachen:

  • Fehlende/defekte Horizontalsperre, kapillarer Transport aus dem Erdreich
  • Besonders kritisch in Altbauten und Sockel-/Kellerbereichen

Seitlich eindringende Feuchte

Schlagregen, Stauwasser oder Spritzwasser treffen auf eine geschädigte Vertikalabdichtung – Feuchte dringt seitlich in Keller- und Sockelwände ein. Ohne Sanierung breiten sich Salz- und Frostschäden aus.

 

Mögliche Ursachen:

  • Undichte Vertikalabdichtung (Keller/Sockel), Risse, Spritzwasserzone
  • Falsche Anschlüsse an Putz/Dämmung

Kondenswasser & Wärmebrücken

Kühle Oberflächen unter dem Taupunkt lassen Wasserdampf aus der Raumluft kondensieren. Typisch sind Ecken, Fensterlaibungen und Rollladenkästen – Bereiche, die ohne Detail-Dämmung sichtbar auskühlen.

 

Mögliche Ursachen:

  • Kalte Zonen (Laibungen, Deckenränder, Rollladenkästen) unterschreiten den Taupunkt

Leckagen

Lokale Nässe durch defekte Leitungen oder Entwässerungen tritt oft plötzlich auf. Erst wenn die Leckage behoben ist, lohnt ein Oberflächenaufbau.

 

Mögliche Ursachen:

  • Defekte Wasser-/Heizungsrohre, Entwässerung

Bau- und Nutzungsfeuchte

Neu eingebrachte Baustoffe enthalten Wasser; fehlende oder falsche Lüftung verlängert die Trocknungszeit erheblich. Gerade in Sanierungsphasen sind kontrollierte Lüftungs- und Heizstrategien wichtig.

 

Mögliche Ursachen:

  • Neubaufeuchte, unzureichende Lüftung

Folgen der Feuchtigkeit: weit mehr als Schimmel

Die Konsequenzen der Feuchtigkeit sind mehr als kosmetisch: Feuchte Bauteile verlieren an Tragfähigkeit, Wärme geht schneller verloren, gesundheitliche Risiken steigen durch Schimmel und feuchte Luft.

 

  • Schimmel: gesundheitliche Risiken, optische Mängel
  • Bauschäden: Putzabplatzungen, Salz-/Frostschäden, Korrosion
  • Energieverlust: Feuchte Bauteile leiten Wärme besser → höhere Heizkosten
  • Wertminderung: Die Immobilie hält einer Qualitätsprüfung nicht stand.

Je früher gehandelt wird, desto weniger Substanz muss später ersetzt werden – und desto günstiger bleibt die Sanierung.

Feuchte sicher erkennen: Vorgehen & Checkliste

Eine strukturierte Diagnose verhindert Fehlinvestitionen. Starten Sie mit einer dokumentierten Sichtprüfung, ergänzen Sie einfache Messungen und grenzen Sie die Ursache ein. Ist der Befund widersprüchlich, hilft eine fachliche Beurteilung – besonders bei erdberührten Bauteilen.

 

  1. Sichtprüfung & Dokumentation: Flecken, Ausblühungen, abplatzender Putz, Gerüche; Jahreszeitenverlauf festhalten
  2. Messungen: Oberflächenfeuchte, relative Luftfeuchte/Temperatur; bei Bedarf Bohrkern/CM, Salzanalyse
  3. Ursachenabgrenzung:
    – Salzränder → eher kapillar
    – Kalte Ecken → Kondensat/Wärmebrücke
    – Lokale Punktnässe → Leckage
  4. Sanierungskonzept: Ursache beheben, dann Oberflächen wiederaufbauen

So sanieren Sie systematisch

Erfolgreiche Feuchtesanierung folgt einer klaren Reihenfolge – so wird vermieden, dass Feuchte eingeschlossen wird oder Schimmel zurückkehrt.

 

  1. Ursache beheben
  2. (Salz- und Putz-)Sanierung durchführen
  3. Oberflächen mit geeigneten Materialien wiederaufbauen

 

Sanierung bei aufsteigender/seitlich eindringender Feuchte

Abdichtungen bilden das Fundament jeder Trocknung. Erst wenn Wasserzutritt gestoppt ist, lohnt der weitere Aufbau.

 

  • Horizontalsperre nachrüsten (Injektionsverfahren, fachgerecht planen)
  • Vertikalabdichtung/Sockel ertüchtigen (Dichtschlämme, Abdichtbahnen; Spritzwasserzone beachten)
  • Sanierputzsystem zur Salz- und Feuchtebewältigung einsetzen

Rat aus der Praxis: Anschlüsse im Sockel (Putz, Dämmung, Abdichtung) koordiniert planen – hier entstehen die meisten Schäden. Übergänge und Anschlussdetails entscheiden über die Lebensdauer der Sanierung.

 

Sanierung bei Kondenswasser und Wärmebrücken

Ziel ist, Oberflächentemperaturen anzuheben und Feuchte zu puffern. Kapillaraktive Innendämmungen schaffen ein robusteres Raumklima – gerade an kritischen Details.

 

  • Kapillaraktive Innendämmung (z. B. Kalziumsilikat- oder Mineralschaumplatten)
  • Laibungs-/Anschlussdämmung an kritischen Details
  • Lüftungs-/Heizverhalten bedarfsgerecht anpassen

Praxis-Tipp: Innendämmung nur auf tragfähigen, salzarmen Untergründen – Altputz in der Salz-/Feuchtezone entfernen. Diffusionsoffene Endbeschichtungen verwenden.

Sanierung bei Leckagen

Ohne Reparatur jeder Leckage versagt jede Nachbearbeitung. Priorisieren Sie deshalb Leckortung und Trocknung, bevor Sie Oberflächen schließen.

 

  • Leckortung, Freilegung, Reparatur; danach Trocknung und Wiederaufbau

Welche Dämmstoffe helfen bei Feuchte?

Nicht jede Dämmung ist für feuchtebelastete Bauteile geeignet. Diffusionsoffene, kapillaraktive Systeme unterstützen das Feuchtemanagement, indem sie Wasser aufnehmen und kontrolliert wieder abgeben – und gleichzeitig die Oberflächentemperatur anheben.

Kalziumsilikatplatten

  • Sehr kapillaraktiv, schimmelhemmend, diffusionsoffen
  • Ideal für innen liegende Außenwände und Laibungen

Mineralschaumplatten

  • Mineralisch, druckfest, diffusionsoffen
  • Geeignet für flächige Innendämmung und Detailausbildung

Besser nicht

  • Dampfdichte Aufbauten auf feuchten Untergründen
  • Organische Dämmstoffe in dauerhaft feuchten Bereichen ohne sicheren Feuchteschutz

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